BGH 12. Zivilsenat, Urteil vom 08.03.1995, Az.: XII ZR 54/94
Zusammenfassung:
Vererblichkeit der Zugewinnausgleichsforderung bei Tod des Berechtigten während des Scheidungsverfahrens – Analyse des BGH-Urteils XII ZR 54/94 vom 08.03.1995 Zusammenfassung Das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), 12. Zivilsenat, vom 08.03.1995 (Az. XII ZR 54/94) befasst sich mit der Frage der Vererblichkeit einer Zugewinnausgleichsforderung, wenn der Berechtigte während des Scheidungsverfahrens verstirbt. Der BGH stellte klar, dass die Zugewinnausgleichsforderung eine eigenständige vermögensrechtliche Forderung darstellt, die nicht mit dem Tod des Berechtigten erlischt, sondern auf seine Erben übergeht. Damit stärkte das Urteil die Rechte der Erben und schuf Rechtssicherheit in der Praxis des Familien- und Erbrechts. Der Beitrag erläutert die rechtlichen Hintergründe und Auswirkungen des Urteils ausführlich und verständlich. Tenor Der Bundesgerichtshof entscheidet, dass die Zugewinnausgleichsforderung, die während des Scheidungsverfahrens entstanden ist, vererblich ist. Stirbt der Berechtigte vor Rechtskraft der Scheidung, gehen seine Ansprüche auf den Zugewinnausgleich auf seine Erben über. Die Forderung erlischt nicht mit dem Tod. Gründe des Urteils 1. Einleitung Die Entscheidung des BGH vom 8. März 1995 befasst sich mit einem häufig auftretenden Problem: Was geschieht mit einer Zugewinnausgleichsforderung, wenn der Berechtigte während des laufenden Scheidungsverfahrens verstirbt? Vor dem Urteil war unklar, ob diese Forderung mit dem Tod untergeht oder auf die Erben übergeht. Die Klärung dieser Frage ist von
