BFH 2. Senat, Urteil vom 27.06.2007, Az.: II R 30/05
Zusammenfassung:
```html Berliner Testament und Pflichtteilsverzicht: Analyse des BFH-Urteils II R 30/05 vom 27.06.2007 Zusammenfassung Das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27. Juni 2007 (Az. II R 30/05) befasst sich mit der steuerlichen Behandlung des Pflichtteilsverzichts in einem Berliner Testament. Dabei stand im Mittelpunkt, ob Schlusserben, die sich gegenüber dem überlebenden Ehegatten verpflichten, keine Pflichtteilsansprüche geltend zu machen, gegen eine mit dessen Tod fällige Abfindung eine steuerliche Belastung entsteht. Der BFH entschied, dass ein solcher Verzicht in einem Berliner Testament grundsätzlich zulässig ist und die Abfindungserträge bei den Schlusserben einkommensteuerlich zu erfassen sind. Das Urteil klärt damit wesentliche Unsicherheiten im Erbrecht und Steuerrecht und zeigt die Bedeutung einer präzisen testamentarischen Gestaltung auf. Tenor Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass der Verzicht der Schlusserben auf die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen gegenüber dem überlebenden Ehegatten gegen eine mit dessen Tod fällige Abfindung einkommensteuerlich als Ertrag zu behandeln ist. Ein Berliner Testament, das eine solche Vereinbarung enthält, ist rechtlich wirksam und steuerlich zu berücksichtigen. Gründe des Urteils 1. Einleitung: Bedeutung des Berliner Testaments und Pflichtteilsrechts Das Berliner Testament ist eine besonders häufig gewählte Form der gemeinschaftlichen letztwilligen Verfügung von Ehegatten. Dabei setzen sich die Ehepartner gegenseitig zu Alleinerben ein und bestimmen in der Regel die gemeinsamen
