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Pflichtteilsabwehr

Kinder und Ehepartner eines Verstorbenen haben einen gesetzlichen Pflichtteilsanspruch auf das Erbe. Auf die Eltern des Erblassers trifft das hingegen nur zu, wenn dieser keine Abkömmlinge hatte, worunter eheliche, außereheliche Kinder, Enkel und Urenkel zu zählen sind. Wer einen Pflichtteilsanspruch hat, kann Einsicht in das Nachlassverzeichnis verlangen. Die Erben müssen ihm Auskunft über alle Werte geben, die hinterlassen wurden. Das gilt auch für den Fall einer geplanten Pflichtteilsabwehr – die Auskunft muss dennoch erteilt werden.

Beim  Nachlassverzeichnis geht es um Bar- und Bankvermögen, Wertpapiere, Immobilien, Münzen, Kunst usw., aber auch um Lebensversicherungen sowie Verbindlichkeiten wie Schulden und Beerdigungskosten. Zu berücksichtigen sind darüber hinaus Schenkungen, die in den zehn Jahren vor dem Ableben des Erblassers getätigt wurden, denn diese können unter Umständen Einfluss zu einem Pflichtteilsergänzungsanspruch führen.

Im Übrigen kann ein Pflichtteilsberechtigter verlangen, dass der Nachlassumfang nicht von den Miterben, sondern von einem Notar erstellt wird. Manchmal ist auch die Beauftragung eines Gutachters zur Wertermittlung sinnvoll. Die dafür entstehenden Kosten werden allerdings vom Nachlass abgezogen.

Auch in schwierigen Fällen setzen wir Ihre Interessen durch. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, gern klären wir Ihre Fragen in einem Erstberatungsgespräch.
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Verzicht oder Entzug des Pflichtteils

Wurde das Nachlassverzeichnis angefertigt, lassen sich die Pflichtteile berechnen, die dann von den Miterben auszuzahlen sind. Stellen die sich quer, kann der Pflichtteilsanspruch eingeklagt werden. Als Erblasser haben Sie zu Lebzeiten zwei Möglichkeiten zur Pflichtteilsabwehr. Sie können zum einen mit dem Pflichtteilsberechtigten vertraglich einen Verzicht vereinbaren. In der Regel werden Sie ihm dafür eine Gegenleistung anbieten müssen. Kommt der Vertrag zustande, kann nach Ihrem Tod kein Pflichtteil vom Vertragspartner beansprucht werden.

Die zweite Option ist der Entzug des Pflichtteils. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich der Pflichtteilsberechtigte einer schweren Verfehlung dem Erblasser gegenüber schuldig gemacht hat. Das kann ein Mordversuch oder ein anderes Verbrechen sein, eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung oder die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt. In diesen Fällen ist es für den Erblasser unzumutbar, dem Pflichtteilsberechtigten einen Teil seines Vermögens zu vermachen.

Nach dem Tod des Erblassers hingegen ist eine Pflichtteilsabwehr durch die Erben nicht mehr möglich. Stattdessen ist es ratsam, das Nachlassverzeichnis schnell zu erstellen und den errechneten Pflichtteil auszuzahlen. So können Sie ungewünschten gerichtlichen Forderungen aus dem Weg gehen, die teuer werden können. Berücksichtigen Sie Schenkungen an den Pflichtteilsberechtigten, denn die können die Zuwendung mindern. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um den Wert des Pflichtteils korrekt zu ermitteln.

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