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Die Erbengemeinschaft und ihre Auflösung

Die Erbengemeinschaft (mehr auf unserer Seite die Erbengemeinschaft) ist eine Gemeinschaft auf Zeit, das heißt, sie ist rechtlich auf ihre Auflösung ausgerichtet. Allen Erben gehören dabei bis zur Auflösung alle Nachlassgegenstände gleichermaßen. Jeder Erbe kann zwar die Erbauseinandersetzung verlangen, was sich zu Weilen (insbesondere bei Streit) nur schwierig umsetzen lässt. Allerdings kann dabei entgegen der Vorstellung der meisten Erben nicht über einzelne Gegenstände aus dem Erbe durch den Einzelnen allein verfügt werden (unabhängig von Quoten). Dies ist auch bei Immobilien von besonderer Bedeutung. Daher sind in der Regel eine gütliche Einigung oder eine streitige Auseinandersetzung herbeizuführen. Die Möglichkeiten im Einzelnen:

Erbauseinandersetzung

Soll die Erbengemeinschaft beendet werden, stehen den Erben drei Wege zur Verfügung:

  • der Erbschafts(ver)kauf
  • die Auseinandersetzung
  • oder die Abschichtung

Zuvor wäre sich allerdings immer zu fragen, ob alle Beteiligten wirklich Erben sind? Insoweit sollte immer auch eine Prüfung der Testamente, der gesetzlichen Erbfolge oder der Erbverträge erfolgen.

Erbschafts(ver)kauf

Der einzelne Erbe kann zwar nicht über Nachlassbestandteile verfügen, insb. keine einzelnen Gegenstände veräußern oder an sich nehmen, er kann jedoch über seinen gesamten Erbteil verfügen. Das Gesetz gibt den Erben die Möglichkeit, ihren Erbteil (auch Erbanteil) zu verkaufen und zwar an einzelne Erben, an alle Erben oder auch an Dritte. Dabei tritt der Käufer vermögensrechtlich in die Position des verkaufenden Erben ein – mit allen Rechten und Pflichten. Allerdings geht die Erbschaftsteuer nicht auf den Erwerber über, der Verkäufer wird von dieser nicht frei. Der Erwerber eines Erbteils sollte aber berücksichtigen, dass nach § 20 Abs. 3 ErbStG der gesamte Nachlass bis zur vollendeten Auseinandersetzung für die Erbschaftsteuer sämtlicher am Erbfall Beteiligter haftet. 

Dieser Erbschaftskauf muss zu seiner Wirksamkeit notariell beurkundet werden. Freilich sollte dabei genau geprüft werden, wie sich der Wert des Nachlasses ermittelt. Dies sollten Berater ausführlich prüfen, denn: Was ist eine Immobilie wert? Was ist mit Vorempfängen und Schenkungen? Was ist eine Firma wert? Wie berechnet sich der Nachlass und vieles mehr.

Erbauseinandersetzung

Die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft scheint simpel: Es sind Schulden zu begleichen und der bereinigte Nachlass, ggf. über die Liquidation, auf die Erben nach Quote zu verteilen. Diese einfache Regelung führt in der Lebenswirklichkeit jedoch häufig zu Jahre andauernden Streitigkeiten. Denn was simpel klingt, ist es oft nicht. So sind ggf. Ausgleichsansprüche zwischen Kindern des Erblassers zu errechnen und zu berücksichtigen. Rechenschaftspflichten von Bevollmächtigten und Betreuern des Erblassers sind ebenfalls oft Streitgegenstand – besonders dann, wenn das Vermögen des Erblassers vor seinem Tod vermindert wurde.

Einzig die Einigung über die Aufteilung des gesamten Nachlasses setzt die Erbengemeinschaft auseinander. Erzwungen werden kann die Auflösung daher in der Regel nicht. Bei Immobilien kommt allerdings eine (Teil-)Auseinandersetzung im Rahmen der sogenannten Teilungsversteigerung in Betracht.

Ein detaillierter und vollständiger Auseinandersetzungsplan kann zwar von einem Erben vorgelegt werden, welcher sodann u.U. alle Gegenstände (bis zum letzten Hemd) auflistet, diesem muss aber durch die anderen Erben nicht gefolgt werden. Sind auch nur einzelne Positionen streitig, sind die Miterben nicht verpflichtet, bei der vorgeschlagenen Auseinandersetzung mitzuwirken.

Wir beraten Sie zu allen Fragen der Erbengemeinschaft und zu deren Auflösung, verhandeln hier für Sie und erstellen entsprechende Verträge. Vereinbaren Sie ein Erstberatungsgespräch.

Planen Sie Ihre eigene Vermögensnachfolge.

Wünschen Sie, mehrere Personen als Erben einzusetzen und möchten Sie dennoch Verzögerungen oder gar Streit bei der Auseinandersetzung des Nachlasses verhindern, ist ggf. die Anordnung einer Testamentsvollstreckung angeraten. Der Testamentsvollstrecker ist dann – je nach Aufgabenkreis - die einzige zur Verfügung über den Nachlass und zur Verwaltung des Nachlasses berechtigte Person. Er ermittelt den Nachlass, begleicht alle Schulden und stellt einen Plan auf. Die Mitwirkung der Erben ist nur noch in einem begrenzten Umfang erforderlich. Der Nachlass erhält so quasi einen Geschäftsführer, der nur wenigen Beschränkungen unterliegt. Wir helfen Ihnen, die Auseinandersetzung zu planen.

Die Abschichtung

Im Rahmen der Abschichtung tritt ein Erbe aus der Gemeinschaft aus und überlässt den anderen Erben den gesamten Nachlass. Der Nachlass geht daher nach Austritt auf die Miterben zu gleichen Teilen über. Ein bestehender Erbschein bleibt allerdings bestehen.

Dies kann unter Umständen kostengünstiger sein, denn die Abschichtung bedarf nicht der notariellen Form und ist mit der Rechtsprechung auch sonst formlos möglich. Da ein Austritt auch mit einer Ausgleichzahlung verbunden sein wird, ist es aber dringend anzuraten, die Abschichtung anwaltlich begleiten zu lassen. Auch insoweit sind freilich der Wert des Nachlasses zu ermitteln und die Bedingungen der Abschichtung rechtlich zu gestalten. Es gilt die vielen Fallstricke zu umschiffen und die Miterben nicht unnötig zu begünstigen oder im Nachgang nicht noch für Schulden zu haften.

Im Ergebnis unterscheidet sich die Abschichtung von dem Erbschaftskauf daher insoweit, als dass bei einem Kauf Gegenstand und Käufer frei bestimmt werden können. Die Abschichtung kommt dagegen nur in Betracht, wenn der Nachlass ohnehin unter den anderen Erben aufgeteilt werden soll.

Wir beraten Sie zu allen Fragen rund um die Erbengemeinschaft, deren Auflösung, Steuern und Vermächtnisse sowie zu der Auslegung und Wirksamkeit von Testamenten. Vereinbaren Sie ein Erstberatungsgespräch.

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